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Was ist Flexodruck? Vorteile und Nachteile

Kartonagen zu bedrucken, ist eine ganz besondere Herausforderung. Während für Papier der Offsetdruck das gängigste Verfahren ist, hat für Pappe der Flexodruck (Englisch: Flexographic Printing oder auch Flexo Printing) mehr Vorteile. Ab etwa einer niedrigen vierstelligen Stückzahl lohnt sich dieses Hochdruckverfahren. Dadurch ist er auf der ganzen Welt das bedeutendste Verfahren für das Bedrucken von Wellpappen und Verpackungsmaterialien. Doch was genau ist Flexodruck, der sich aus dem Buchdruck entwickelt hat? Welche Vorteile und Nachteile hat diese Technik?

Wie funktioniert der Flexodruck?

Flexodruck ist ein direktes Hochdruckverfahren. Das bedeutet: Die Druckfarbe wird auf ein erhöhtes spiegelverkehrtes und reliefartiges Druckprofil gegeben, das Klischee, und dann über Walzen direkt auf das Papier bzw. die Pappe aufgetragen.

Es sind im Wesentlichen wenigstens zwei Walzen erforderlich. Die eine, der Druckformzylinder, wird mit Farbe bestrichen, die andere, der Gegendruckzylinder, trägt gegenläufig eine Bahn des zu bedruckenden Materials heran. Am Berührungspunkt überträgt er Druckformzylinder die Farbe auf das vom Gegendruckzylinder herangeführte Papier bzw. die Pappe. Je nach Anzahl der gewünschten Farben und Maschinenbauweise enthält eine typische Vorrichtung für den Flexodruck etwa vier bis zehn Walzen. Unterschiede sind unter anderem auf die Art des Farbauftrags zurückzuführen. Denn es existieren zwei verschiedene Varianten, wie die Farbe auf den Druckformzylinder kommt:

-        Tauchwalzendruckwerk
Bei diesem Verfahren überträgt eine Tauchwalze die Farbe aus einem Becken auf eine Rasterwalze. Diese besteht aus vielen sehr kleinen "Näpfchen", mit denen die Farbstärke sich punktgenau dosieren lässt. Überflüssige Farbe streicht ein an der Walze angebrachtes Rakelmesser ab. Die so exakt mit Farbe versehene Rasterwalze beschichtet den gegenläufigen Druckformzylinder mit Farbe, sodass dieser das Papier bzw. die Pappe bedrucken kann.

-        Kammerrakeldruckwerk
Bei diesem Verfahren wird die Druckfarbe in eine sehr eng an der Rasterwalze liegende Kammer gepresst. Luftdruck überträgt die Farbe auf die Rasterwalze. Diese wiederum walzt die Farbe auf das Druckmuster des Druckformzylinders, von dem die Informationen auf die vom Gegendruckzylinder geführte Pappe bzw. das Papier gedruckt wird.

Klischee: das Druckmuster beim Flexodruck

Die beim Flexodruck genutzte Vorlage wird als Klischee bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen spiegelverkehrten Reliefdruck des aufzutragenden Inhalts.  Die Funktionsweise dieser 3D-Vorlage ist unter anderem bei Stempeln anschaulich nachzuvollziehen. Ebenso nutzen Druckereien ein solches System, um die zu druckenden Inhalte auf den Druckformzylinder aufzubringen. Das Herstellen dieser Vorlage ist kostspielig, daher werden Preise für das Herstellen meistens gesondert ausgewiesen. Durch diese Vorbereitungskosten lohnt sich ein Flexodruck erst bei größeren Aufgaben. Bei kleinen Stückzahlen fallen die Zusatzkosten für das Klischee übermäßig ins Gewicht. Ein Klischee hat aber einen großen Vorteil: Einmal angefertigt dient es auch bei Nachdrucken als Vorlage. Ausführliche Informationen über das Klischee sind hier zu finden.

Geschichte: Entwicklung zum Flexodruck

Noch heute haben lösungsmittelbasierte, wasserlösliche oder UV-härtende Anilinfarben eine wichtige Bedeutung für diese Art des Hochdrucks. Diese waren auch vor rund 150 Jahren das Mittel, mit dem Tapeten bedruckt wurden. Bereits 1907 meldete der deutsche Drucker Carl Holweg ein Patent an, mit dem diese Farben maschinell aufgetragen werden konnten. Fünf Jahre später, 1912 gab es bereits ähnliche Konstruktionen von Konkurrenzunternehmen. In den Folgejahren entwickelten Chemieunternehmen und Druck-Spezialisten verbesserte Anilinfarben und ausgeklügeltere Maschinen. Unter anderem kam in den 1930er-Jahren die Rasterwalze hinzu, die eine verbesserte Farbverteilung ermöglichte. Bis Anfang der 1950er-Jahre hieß diese Hochdrucktechnik basierend auf den Farben Anilindruck. Erst 1952 kam die Bezeichnung Flexodruck auf. In den vergangenen Jahrzehnten gab es zum Teil erhebliche Entwicklungen bei der Qualität der Farbzusammensetzungen, der Effizienz und beim Aufbau der Maschinen sowie bei der Herstellung der Druckvorlagen. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren ersetzten einige Druckereien das Tauchwalzendruckwerk durch ein Kammerrakeldruckwerk. In dieser Zeit setzte sich der Flexodruck außerdem bei der Herstellung von Zeitungen in Italien sowie im anglo-amerikanischen Raum durch. Für das Bedrucken von Wellpappen ist das Verfahren inzwischen unverzichtbar.

Flexodruck: Einsatzmöglichkeiten bei Wellpappe

Die Möglichkeiten dieser Drucktechnologie sind speziell bei Pappe mit ihrer "weichen" und relativ groben Struktur sowie bei Papier sehr groß. Außerdem eignet sich das Verfahren für Kunststoffe, Keramik und Glas. Bei Papier und Pappe kommt es unter anderem bei folgenden Produkten zum Einsatz:

  • Aufdrucke auf Wellpappen.
  • Zeitungen (speziell Italien, Großbritannien, USA),
  • Tapeten,
  • Servietten,
  • Verkaufsverpackungen,
  • Transportkartons,
  • Klebefolien,
  • Klebeband,
  • Getränkeverpackungen.

Flexodruck auf Pappe: Zwei Verfahren mit unterschiedlichen Abläufen

Je nach Verwendungszweck der Aufdrucke gibt es für Wellpappen zwei unterschiedliche Formen des Flexodrucks. Preprint als Vorbereitung für kaschierte Kartonagen und Postprint als Direktdruck auf Wellpappe.

  • Preprint
    Der Begriff Preprint beinhaltet den Ablauf dieses Verfahrens. Es werden Pappen bedruckt, die anschließend noch kaschiert werden. (Mehr zum Kaschieren ist hier zu finden.) Diese vorbereitende Verarbeitungsprozess heißt daher auch Wellpappenvordruck oder Rollenvordruck.
  • Postprint
    Der sogenannte Postprint ist ein Direktdruck auf die Wellpappe, der nach kompletter Fertigstellung der Kartonage aufgebracht wird. Durch den Aufdruck ist der Fertigungsprozess abgeschlossen.

Flexodruck: Vorteile

Das direkte Hochdruckverfahren hat viele Vorteile. Ein im wahrsten Sinne des Wortes sehr greifbarer Pluspunkt ist der geringe Abrieb. Deutlich wird dies beim Zeitungsdruck. Während Leser in Mitteleuropa das Problem der von der Druckerschwärze überzogenen Finger kennen, ist dies unter anderem in Nordamerika anders. Dort nutzen die Verlage nicht das Rollenoffsetverfahren, sondern den Flexodruck. Die wasserlösliche Farbe kann deutlich dünner aufgetragen werden und bleibt besser am Papier haften - die Finger bleiben sauber.

Die dünnflüssige Farbe hat im Produktionsprozess bei allen zu bedruckenden Materialien weitere Vorteile. Da diese häufig wasserlöslich ist und nur dünn aufgetragen wird, ist der gesamte Druck deutlich umweltfreundlicher als bei anderen Verfahren.

Seine ganze Stärke spielt der Flexodruck bei großen Auflagen aus, die sehr schnell produziert werden müssen. Der effiziente Ablauf und die dabei gleichbleibende Qualität sind Garant für eine hochwertige Massenfertigung. Je mehr produziert wird, desto weniger fallen zudem die Klischeekosten für die Vorlage ins Gewicht.

Es gibt einen Preisvorteil gegenüber Tiefdruckverfahren. Unter anderem ist die Klischeeherstellung günstiger als eine Druckvorstufe. Das ist insbesondere für Massenwaren wie zum Beispiel Verpackungen entscheidend. Daher gewinnt das Flexodruckverfahren in diesem Bereich an Bedeutung.

Flexodruck: Nachteile

Neben den Vorteilen gibt es auch Nachteile. Der wichtigste ist die Druckqualität. Denn es sind im Vergleich zum Offsetdruck weniger Druckinformationen auf dem gleichen Raum übertragbar. Dadurch verlieren die Konturen an Schärfe.

Auch die Flächen sind teilweise nur schwer in Top-Qualität zu füllen. So ist es möglich, dass an den Rändern durch zu großen Druck auf den Walzen sogenannte Quetschungen auftreten können, an denen die Farbe dicker aufgetragen wird. Das Gegenteil ist bei zu geringem Druck möglich. Dann "kriselt" es in der Fläche, die Farbe erscheint fast so etwas wie kleine Bläschen zu bilden, während der Fläche Sättigung fehlt. Auch Übergänge zwischen Farbabstufungen sind nicht immer perfekt erzielbar. Zudem fehlen Schattierungen.

Gegenüber dem Digitaldruck werden kleine Auflagen deutlich teurer und im Produktionsprozess zu aufwendig. Daher lohnt sich der Flexodruck nur für große Auflagen ab einer Stückzahl von ca. 2.000 bis 3.000. Das liegt auch an der erforderlichen 3D-Druckvorlage, die beim Digitaldruck entfällt.

Flexodruck: Erste Wahl bei Massenproduktion von Kartonagen

Obwohl es einige Nachteile gibt, ist der Flexodruck für das Bedrucken von Pappen in großer Stückzahl eine gute Wahl. Zum einen ist dieses Verfahren bei großen Auflagen sehr günstig, zum anderen garantiert es eine gleichbleibend gute Qualität. Diese ist zwar etwas geringer als beim Offsetdruck, allerdings für sehr viele Pappen ausreichend. Speziell für Versand- und Verkaufsverpackungen sowie nicht aus langen Texten in kleiner Schrift bestehenden Aufdrucken ist der Flexodruck daher ideal.

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