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Was ist der Flachstauchwiderstand bei Pappe?

Kartons sollten möglichst stabil sein, um die darin verpackte Ware zu schützen. Das funktioniert nur, wenn die verarbeitete Wellpappe höchste Anforderungen erfüllt. Ein gängiges Instrument, um die Qualität von Pappe zu messen, ist der Flachstauchwiderstand. Dieser wird gemäß seiner englischen Bezeichnung Flat Crush Test mit FCT abgekürzt. Das Ergebnis gibt Aufschluss über die Steifigkeit der Wellpappe.

Definition: Flachstauchwiderstand

Der Flachstauchwiderstand bezeichnet die Energiemenge, mit der einwellige Pappe durch ein senkrecht wirkendes Gewicht belastet werden kann, bis die Wellen zusammenbrechen. Die Angabe erfolgt in Kilopascal (kPA) und der Wert bezeichnet die maximale Energie, mit der die Wellen noch unbeschädigt belastet werden können. Die benötigte Energiemenge wird bei dem Prüfverfahren langsam von oben lotrecht auf die Wellen gepresst, bis diese unter dem Gewicht nachgeben. Die Probe besteht aus einer Pappwelle, die auf einem Klebeband befestigt ist.

Wichtig: Durch diese Definition ist es nicht möglich, einen Flachstauchwiderstand für mehrwellige Pappe zu ermitteln. Das Ergebnis bezieht sich stets auf die reine Wellpappe, die in einer Kartonage verarbeitet ist.

Welche Bedeutung hat der Flachstauchwiderstand?

Der Flachstauchwiderstand betrifft nur einfache Wellpappen. Kartonagen lassen sich durch das Prüfverfahren nicht in der Qualität testen. Die Wellen sind Bestandteil der Wellpappen. Stabile Kartons bestehen häufig aus zwei Wellenschichten mit unterschiedlichen Größen und Höhen. Durch die geschickte Kombination von niedrigen und kurzen Wellen sowie hohen und breiten Wellen können Unternehmen extrem stabile Kartons produzieren. Um eine qualitativ hochwertige Kartonage zu konstruieren, ist der Flachstauchwiderstand eine entscheidende Größe.

Anhand des Flachstauwiderstandes lässt sich die Steifigkeit des Materials ermitteln. Wellpappe mit niedrigen und kurzen Wellen weist in der Regel bessere Werte auf als hohe Wellpappe mit breiten Wellen. Diese Werte stehen anderen Messgrößen wie dem Durchstoß-Widerstand entgegen. Bei diesem zeigen sich die großen Wellen als robuster. Beim Design von Kartons müssen die Produzenten diese und andere Werte wie zum Beispiel die Berstfestigkeit in Einklang bringen und für den Verwendungszweck optimieren. Üblicherweise schaffen sie dies durch eine Kombination aus niedrigen und hohen Wellen in zweiwelliger Pappe.

Wie lässt sich der Flachstauchwiderstand messen?

Um den Flachstauchwiderstand einer Charge mit Pappwellen zu prüfen, schneiden Mitarbeiter in der Regel zehn Proben aus der einwelligen Pappe. Die Größe der kreisförmigen Proben beträgt 100 cm², selten 50 cm². Die Schnittkanten müssen exakt senkrecht sein, sodass keine schrägen Seiten die Ergebnisse verfälschen können. Diese Proben werden unter Laborbedingungen akklimatisiert. Die Luftfeuchtigkeit beträgt dabei 50 Prozent, die Raumtemperatur 23 Grad Celsius.

Anschließend kommen die Proben in eine Druckprüfmaschine (Stauchpresse). Dabei ist die Wellpappe an einem Klebestreifen befestigt, der auf der unteren Druckplatte liegt. Diese und die obere Druckplatte bewegen sich dann aufeinander zu. Die Geschwindigkeit beträgt ca. 12,5 mm/min. Sobald die Druckplatten die Pappwellen eindrücken, ist der Flachstauchwiderstand überschritten. Das Ergebnis wird in kPa festgehalten und sollte innerhalb einer maximalen Toleranz von 10 kPa liegen.

Normierung des Flachstauchwiderstandes

Dieses Prüfverfahren heißt Flat Crush Test. Es ist in DIN EN 23035 definiert.

Info: Analog zum Ermitteln des Flachstauchwiderstandes bei Pappe ist der Concora Medium Test (CMT) bei Papier üblich. Die Wellen erhält das Papier zuvor durch eine thermische Behandlung.

Die ermittelte Energiemenge gilt für die Probe. Die Angabe des Wertes erfolgt für einen Quadratmeter der Wellpappe.

Der Wert fließt in das Kartondesign ein

Mit diesem Wert können Kartonhersteller arbeiten, um unter Berücksichtigung von Ergebnissen aus anderen Prüfverfahren den optimalen Karton für einen bestimmten Zweck herzustellen. Wesentlich ist dabei die Kombination aus verschiedenen Wellenformen, die in die zwei- oder dreiwillige Pappe einfließen, aus denen der Karton gestanzt und hergestellt wird. Der Flachstauchwiderstand betrifft zwar nur die Wellpappe, ist aber für die Gesamtstabilität der fertig produzierten Kartonagen ein wichtiger Messwert.