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Kartonmaß: Kartons richtig messen - Rillmaß, Innenmaß

Die Größe von Kartons hat wesentlichen Einfluss auf die Berechnung von Lager- und Transportkapazitäten. Schon geringe Abweichungen können beispielsweise dafür sorgen, dass die Ware in ihrer Verpackung nicht exakt auf eine Palette passt. Ebenso ärgerlich ist es, wenn die Innenmaße zu knapp sind, sodass die Ware nicht gut hineinpasst oder sich nur schlecht herausnehmen lässt. Stimmen die Außenmaße nicht, entstehen aus ein paar Millimeter zu viel schnell zusätzliche Portokosten. Daher kommen den Fragen eine wichtige Rolle im Verpackungs- und Transportwesen zu: Wie lassen sich Kartonmaße richtig berechnen? Welche Angaben sind üblicherweise wichtig? Was sind Innenmaß, Außenmaß, Rillmaß und Nutzmaß?

Maßangaben: die Größenangaben von Kartons

Vorab ist zunächst wichtig, die vier Längenangaben von Kartonagen zu kennen. Dabei handelt es sich um Länge, Breite, Höhe und Deckelhöhe.

Wichtig: Die Standardangabe bei Kartonmaßen folgt international einheitlich stets der gleichen Systematik: Länge x Breite x Höhe/Deckelhöhe. Die Angabe erfolgt in Millimetern. Ein Beispiel: Ein würfelförmiger Karton mit 100 cm Kantenlänge und einem 10 cm hohen Stülpdeckel hätte das Maß 1000 mm x 1000 mm x 1000 mm/100 mm. Ist kein Stülpdeckel vorhanden, entfällt die Angabe der Deckelhöhe.

Damit es keine Unstimmigkeiten gibt, welche Länge welche Angabe ist, gelten folgende Erklärungen:

  • Die Länge (L) ist das Maß der längeren Seite des geöffneten Kartons und mindestens so lang wie die Breite.
  • Die Breite (B) ist das Maß der kürzeren Seite des geöffneten Kartons.
  • Die Höhe (H) ist das Maß zwischen Kartonöffnung und Boden.
  • Die Deckelhöhe ist das Maß zwischen Deckelboden und offener Deckelkante (nur Stülpdeckel).

Bemaßung: Kartons richtig ausmessen

Die Begriffe und die Reihenfolge der Angaben Länge, Breite, Höhe und Deckelhöhe sind vereinheitlicht. Doch wie ist das Kartonmaß zu ermitteln? Handelt es sich um Außenmaße, Innenmaße oder etwas anderes?

Es existieren drei wesentliche Begriffe: Innenmaß, Außenmaß und Rillmaß. Zusätzlich existiert die Bezeichnung Nutzmaß. Dieses ist im Regelfall identisch mit dem Innenmaß. Die drei Bezeichnungen unterscheiden sich in wesentlichen Punkten.

Was ist das Innenmaß bei einem Karton?

Die Standardangabe für die Kartongröße ist das Innenmaß oder Nutzmaß. Dabei wird die Länge der Seiten an der Innenkante des aufgefalteten Kartons gemessen. Länge und Breite sind jeweils der Abstand der beiden sich gegenüberliegenden Seiten. Die Höhe ist der Abstand vom Innenboden bis zur oberen Kante der Seiten, wobei die Materialstärke der Innenklappe bei Faltkartons zur Höhe gehört, die der Außenklappen jedoch nicht.

Das Innenmaß ist in vielen Fällen besonders wichtig, da es angibt, welche maximalen Abmessungen die zu verpackenden Waren haben dürfen.

Aber Achtung: Produktionsbedingt ist bei Wellpappe je nach Kartonstärke eine Toleranz von bis zu ca. fünf Millimetern einzurechnen. Bei gestanzten Pappen lässt sich dieser Wert verringern.

Zusätzlich ist bei den maximalen Warenmaßen zu beachten, dass bis zur Kartonwand wenige Millimeter Luft bleiben muss. Sonst lässt sich die Ware nicht in den Karton packen und wieder herausnehmen. Soll die Ware durch Füllmaterial besonders geschützt werden, sind weitere fünf bis zehn Zentimeter hinzuzurechnen.

Beispiel: Ist die Ware 300 x 400 x 120 mm groß und soll mit Verpackungschips gesichert werden, sollte das Innenmaß des Kartons mindestens 355 x 455 x 175 mm groß sein (Warenmaß zuzüglich fünf Millimeter Toleranz  zuzüglich wenigstens 50 mm Zwischenraum). 

Was ist das Außenmaß bei einem Karton?

Neben dem Innenmaß kommt dem Außenmaß eine wichtige Bedeutung zu. Immer dann, wenn Kartons gestapelt, gelagert und transportiert werden, kommt es auf ihre äußeren Abmessungen an. Insbesondere bei Paletten mit Kartons erschließt sich das sofort: Paletten sind so gestaltet, dass sie nebeneinander passen. Darauf bauen Lager und Transportflächen auf. Passen Kartons nicht exakt nebeneinander auf eine Palette, geht entweder Stapelfläche verloren oder die Kartons stehen über. Das Außenmaß beinhaltet die Seitenlängen des geschlossenen Kartons von einer Kante zur nächsten. Auch hier ist eine produktionsbedingte Materialtoleranz in beide Richtungen zu berücksichtigen.

Was ist das Rillmaß bei einem Karton?

Das Rillmaß ist eine weitere Variante, das Kartonmaß zu beschreiben. Dabei werden die Seitenlängen jedoch nicht am aufgefalteten Karton ermittelt. Die Maße ergeben sich aus der Länge zwischen den jeweiligen Mitten der Rillen des flachgelegten Kartons. Die Rillen sind die späteren Materialknicke, an denen beispielsweise die Seiten vom Boden nach oben geklappt werden. Bei dünnem Karton wie zum Beispiel für Faltschachteln entspricht das Rillmaß fast genau dem Innenmaß. Bei mehrwelligen Pappen von tragfähigen Qualitätskartons gibt es jedoch spürbare Abweichungen. Die Mitte einer Rille liegt dann mittig zur Materialstärke. Dadurch ergeben sich Abweichungen zum Innen- und Außenmaß eines Kartons, die in etwa der halben Materialstärke entsprechen. 

Kurz: Das Rillmaß beschreibt die Entfernung der inneren Kartonseitenmitte zur inneren Kartonseitenmitte der gegenüberliegenden Seite. Es beschreibt also etwa die Mitte von Innenmaß und Außenmaß.

Besonderheit: Welle und Hau

Für gestanzte Kartonagen aus Wellpappe existiert eine Besonderheit: Welle und Hau. Jede Stanzfläche ist aus den Längenangaben dieser beiden Komponenten anzugeben. Die Welle ist dabei die Seite, zu der die Wellen parallel verlaufen. Hau ist die Seite, die orthogonal zu den Wellen verläuft. Die Angabe erfolgt in der Form Welle x Hau und in Millimetern.

Die Bemaßung in dieser Form bedingt nicht nur eine bestimmte Größe der Pappe, sondern eine bestimmte Wellenausrichtung. Eine entsprechende Anpassungen der Maße oder eine Änderung des Wellenverlaufs beeinflussen die Stabilität der Kartonage. In der Praxis ist die Angabe von Welle und Hau daher wesentlich für die Qualität der Wellpappe bzw. des Kartons.

Kartons richtig messen: Tipps für die Praxis

Beim Verpacken, Versand und Lagern ist das richtige Abmessen von Kartons sehr wichtig. Je nach Verwendungszweck gilt eine eigene Herangehensweise, wie ein Karton richtig zu messen ist bzw. wie das richtige Kartonmaß zu ermitteln ist.

  • Das Außenmaß ist wichtig, wenn Kartons auf einer klar definierten Fläche zu lagern bzw. stapeln ist. In diesem Fall sind Normkartons zu verwenden, die zum Beispiel für Paletten geeignet sind. Unpassende Außenmaße bedeuten Raumverlust und damit mehr Kosten.
  • Das Außenmaß ist beim Paketversand wichtig. Spezielle auf die maximal erlaubten Maße der Paketdienste zugeschnittene Kartons sind die beste Wahl beim Versenden über Dienstleister wie DHL, Hermes, DPD, UPS, GLS usw.
  • Das Innenmaß ist die Standardangabe. Das Innenmaß sollte aber über die Größe der Ware hinausgehen. Es ist ein zusätzlicher Abstand einzurechnen, der das Ein- und Auspacken erst ermöglicht.
  • Sollen Waren mit Füllmaterial in einem Karton verpackt werden, sollte das Innenmaß wenigstens fünf bis zehn Zentimeter zusätzlich betragen, um Lücken überhaupt füllen zu können.
  • Das Rillmaß ist als Angabe zwischen den Mitten der Materialwände zu verstehen. Je dicker die Wellpappe ist, desto stärker weichen diese Angaben von Innen- und Außenmaß ab.
  • Materialbedingt sind bei der Wahl des richtigen Kartons einige Millimeter Toleranz bei der Bemaßung einzukalkulieren. Innen- und Außenmaße sollten daher nicht zu exakt verplant sein.
  • Bei gestanzter Pappe können Änderungen der Wellenausrichtung die Stabilität maßgeblich beeinflussen. Daher sind die Angaben von Welle und Hau genau zu prüfen.