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Umzugskostenpauschale: Kosten für den Wohnungswechsel einfach absetzen

Mit einem Wohnungswechsel sind viel Arbeit und enorme Kosten verbunden. Zudem gibt es häufig ein großes Problem: Während der Umzugsaktivitäten fällt es schwer, alle Belege für Ausgaben zu sammeln, die damit zusammenhängen. Speziell Trinkgeld für Helfer, Verpflegung oder die Kosten für einen neuen Ausweis fallen so schnell unter den Tisch. Der Gesetzgeber trägt dem mit der Umzugskostenpauschale Rechnung. Was genau ist das und wer kann davon profitieren?

Was ist die Umzugskostenpauschale?

Die Umzugskostenpauschale ist ein vom Gesetzgeber festgelegter Gesamtbetrag. Diesen können Steuerzahlende für sonstige Umzugskosten geltend machen, ohne Belege sammeln zu müssen.

Wichtig: Die Pauschale deckt nur die die sonstigen Kosten ab. Andere Ausgaben müssen einzeln und mit Beleg angegeben werden!

Mit der Umzugskostenpauschale soll der Aufwand beim Finanzamt und für die Bürger verringert werden. Sie können einfach den gesetzlichen Satz angeben und diesen steuermindernd bei der Einkommenserklärung geltend machen. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch die tatsächlichen sonstigen Umzugskosten waren. Abzugsfähig gegenüber dem Finanzamt ist die komplette Pauschale.

Diese Summe verändert sich jedes Jahr zum 1. März. Für 2020 lagen die Summen bei 820 für Singles, 1639 Euro für Eheleute und Alleinerziehende sowie bei 361 Euro für jedes weitere Haushaltsmitglied. Wer im Steuerjahr seine Wohnung wechselt, trägt die Summe auf der Anlage N der Einkommenssteuererklärung ein.

Diese Vorgehensweise ist wie gesagt eine Vereinfachung. Daher sind im Einzelfall mehrere Details zu beachten. Nicht immer lohnt es sich, die Pauschale in Anspruch zu nehmen. Das gilt insbesondere für die Höhe der Kosten. Denn das Sammeln von Belegen kann finanziell interessanter sein. Außerdem ist das Nutzen der Pauschale an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Was deckt die Umzugskostenpauschale ab?

Unter die Umzugskostenpauschale fallen alle Ausgaben, die nur mittelbar mit dem Umzug in Verbindung stehen. Dazu zählen unter anderem:

  • Handwerkerarbeiten (Elektro, Wasser/Gas, Montagen),
  • Trinkgelder für Umzugshelfer,
  • Verpflegungskosten für Helfer,
  • Kosten für Wohnungsannoncen,
  • Ummeldegebühren, Ausweiskosten, Änderungen von Anschlüssen,
  • verpflichtende Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung.

Diese und ähnliche Kosten können Steuerzahler ohne Beleg zusammenfassen und mittels der Pauschale steuermindernd in der Einkommenssteuererklärung berücksichtigen.

Wichtig: Übersteigen die Gesamtkosten die Höhe der Pauschale, ist das Sammeln von Belegen zu empfehlen. Denn diese dürfen eingereicht werden und führen zu einer entsprechend höheren Berücksichtigung bei der Steuerberechnung.

Andere Kosten per Beleg einreichen!

Da diese Möglichkeit nur die sonstigen Kosten abdeckt, bleibt die Frage: Was passiert mit den anderen, unmittelbaren Umzugskosten? Diese Ausgaben müssen Steuerzahler durch Beleg nachweisen und einzeln einreichen. Im Detail geht es um folgende Ausgaben:

  • Kosten für das Umzugsunternehmen,
  • Kosten für private Helfer,
  • Umzugsmaterial wie Kartons, Decken, Sackkarre oder Transporter,
  • Kosten für Makler,
  • Kosten durch doppelte Mietzahlungen (bis zu drei Monatsmieten für die neue Wohnung, bis zu sechs Monatsmieten für die alte Wohnung),
  • Kosten durch Transportschäden,
  • Neuanschaffung Herd und Ofen,
  • Anfahrtskosten für Besichtigung.

Diese Kosten erkennt das Finanzamt als Umzugskosten an. Sie sind also absetzbar, fallen aber nicht unter den Pauschalbetrag. Daher sollten Personen die Beleg für diese Ausgaben sorgsam aufbewahren.

In welchen Fällen gilt die steuerliche Absetzbarkeit?

Es gibt zwei wesentliche Kriterien, wann Steuerzahlende den Pauschalbetrag sowie die weiteren Kosten absetzen können: aus berufsbedingten und aus gesundheitlichen Gründen. Beides gilt auch für Studierende. Nicht möglich ist es, die Regelung bei Umzügen aus anderen – zum Beispiel privaten – Gründen in Anspruch zu nehmen.

Berufsbedingt Gründe für einen Umzug

Die Umzugspauschale sowie die steuerliche Absetzbarkeit gilt bei einem berufsbedingten Wohnungswechsel. Allerdings muss es klare Gründe dafür geben. Das Finanzamt erkennt folgende Punkte an:

  • Der Arbeitsweg verkürzt sich um wenigstens durchschnittlich eine Stunden am Tag (je 30 Minuten pro Wegstrecke). Es ist unerheblich, wohin der Betroffene zieht, es zählt allein die Zeitersparnis. Bei Eheleuten zählen die Ersparnisse jeweils, nicht addiert.
  • Der Betroffene wechselt die Wohnung für einen neuen Arbeitsplatz (andere Stadt) oder auf Weisung des Arbeitgebers (zum Beispiel Bundeswehr, öffentlicher Dienst) bzw. dessen Betriebsverlegung.
  • In Einzelfällen kann ein berufsbedingter Umzug anerkannt werden, wenn dadurch die Arbeitsbedingungen verbessert werden (zum Beispiel bei Notfallbereitschaft).

Diese Gründe gelten auch für einen grenzüberschreitenden Umzug. In diesem Fall gelten jedoch andere Sätze für die Umzugskostenpauschale.

Gesundheitliche Gründe für einen Umzug

Die Umzugskostenpauschale sowie die steuerliche Absetzbarkeit kommt auch dann zum Tragen, wenn der Steuerzahler aus gesundheitlichen Gründen die Wohnung wechseln muss. Unter anderem sind folgende Gründe anerkannt:

  • Wechsel der Wohnung wegen Gesundheitsgefahr (zum Beispiel bei Schimmel- oder Asbestbelastung);
  • Wechsel der Wohnung bei chronischer Krankheit oder Behinderung (zum Beispiel nach Unfall und für Bedarf einer barrierefreien Wohnung).

Wann gilt die Umzugskostenpauschale/Absetzbarkeit nicht?

Das Finanzamt erkennt andere Gründe für einen Umzug in der Regel nicht an. Das gilt unter anderem für Umzüge aus freien Stücken oder privaten Erfordernissen sowie bei Selbstständigen. Das bedeutet: Weder die Umzugskosten lassen sich steuerlich als solche geltend machen, noch greift die Umzugskostenpauschale.

In diesen und ähnlichen Fällen können die betroffenen Personen jedoch alle relevanten Kosten als haushaltsnahe Leistungen abrechnen. Zu diesem Kosten zählen unter anderem die Rechnungen von Umzugsunternehmen, Elektrikern, Installateuren und Reinigungsunternehmen.

Alle Ausgaben sind durch Belege nachzuweisen. Haushaltsnahe Leistungen fließen mit einer Summe von bis zu 20.000 Euro in die Berechnung der Einkommenssteuer ein. Sie reduzieren das zu versteuernde Einkommen um 20 Prozent, also maximal 4.000 Euro.