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Was ist eine Europalette?

Paletten gehören zu den wichtigsten Gegenständen in einem Lager und beim Transport. Sie tragen Waren mit einem Gewicht von bis zu zwei Tonnen. Zugleich lassen sich die meisten Ladungsträger bequem mit einem Stapler oder Hubwagen transportieren. Im nationalen und internationalem Transportwesen sind Paletten unabdingbar, um Waren sicher zum Adressaten zu liefern. Die wohl wichtigste und bekannteste Palette in Mitteleuropa ist die sogenannte Europalette. Was bedeutet dieser Name, welche Maße hat eine Europalette und welche Größen gibt es?

Der Begriff Europalette

Die Bezeichnung Europalette ist nicht exakt. Denn eigentlich heißen die Ladungsträger Europoolpalette. Dieser Begriff geht auf eine wichtige Funktion zurück: der Mehrfachnutzung. Im allgemeinen Sprachgebrauch verschwand der Mittelteil des Wortes zunehmend. Europalette ist heute die gängigste Bezeichnung.

Doch warum heißt dieser Ladungsträger Europoolpalette? Die Europalette ist eine Mehrwegpalette. In diesem Zusammenhang steht der Wortteil "Pool". Denn die Transport- und Lagerhilfen werden über einen Pool getauscht.

Der Pool zum Tauschen der Mehrwegpaletten

Paletten sind Ladungsträger. Liefert eine Spedition Ware zu einem Empfänger aus, befindet diese sich in den meisten Fällen auf Paletten. Anders als bei Waren auf Einwegpaletten verkauft der Absender den Ladungsträger jedoch nicht mit. Das heißt: Der Empfänger erhält Ware auf einem Untersatz, der ihm nicht gehört. Daher müsste der Spediteur entweder auf das Abpacken warten oder der Empfänger die Paletten auf eigene Kosten wieder zurücktransportieren.

Beide Varianten wären nicht wirtschaftlich. Daher ist im Laufe der Jahrzehnte ein Palettenpool entstanden. Dieser ist in vielen EU-Ländern üblich, speziell die Benelux-Staaten, Österreich und Frankreich nehmen am Europool teil. Über diesen dezentralen Vorrat tauscht der Spediteur beim Empfänger die Ladungsträger aus. Er lässt die bepackten Paletten stehen und erhält im Gegenzug leere Paletten in gleicher Anzahl. Beim Adressaten kommt es also zu einem Tausch aus dem Pool. Aus diesem zweckdienlichen Vorgang entstand der Begriff Europoolpalette.

Geschichte der Europoolpalette

Die Europalette geht auf die 1950er- und 1960er-Jahre zurück. Als Standardnorm gibt es sie seit 1961. Damals vereinbarten europäische Eisenbahngesellschaften, ein System von tauschbaren Paletten einzurichten. Ziel war es, den gegenseitigen Rücktransport der Ladungsträger zu vermeiden. Es sollte eine einheitliche Palettengröße geben, die einen Tausch ermöglicht. So entstanden der Pool und die Europalette. Die Bauweise der Ladungsträger ist seit Mitte der 1960er-Jahre patentiert.

Seit den 1970er-Jahren verfügt der heutige Dachverband EPAL (European Palett Association) über die Rechte an den Namen und Abkürzungen der Europaletten. So entstand neben der Abkürzung EUR die Dopplung EUR-EPAL für die Ladungsträger.

EUR und EPAL sind nicht nur geschützte Markenzeichen, sondern müssen neben einigen Details wie zum Beispiel Herstellerkürzel und Herkunftsland auch sichtbar in den Palettenklötzen eingebrannt sein. Seit 2003 ist dort statt EUR bzw. EUR-EPAL nur noch EPAL vorgeschrieben. Inzwischen produzieren Hersteller Europaletten unter mehreren Marken. Neben EPAL sind dies CHEP, LPR und WORLD. Eins ist jedoch geblieben: Obwohl es Ladungsträger mit den gleichen Maßen aus anderen Materialien gibt, sind EUR-EPAL-Paletten stets aus Holz.

Welche Maße hat eine Europalette?

Es gibt verschiedene Größen der Europalette. Am bekanntesten ist die EUR-EPAL 1. Diese Standard-Palette EUR-EPAL 1 hat die Maße (Länge x Breite x Höhe): 1.200 mm x 800 mm x 144 mm. Ihre Oberfläche (Tragfläche) ist 0,96 m² groß. Sie besteht aus Holz und wiegt je nach Feuchtigkeit im Holz zwischen 20 und 25 kg. Ihre maximale Traglast beträgt ca. 1,5 t. Die Abmessungen sind als DIN EN 13698-1 genormt.

Die Maße der EUR-EPAL 1 und die Ladeflächen der meisten Fahrzeuge sind optimal aufeinander abgestimmt. Üblicherweise passen drei Paletten längs oder zwei quer nebeneinander.

Info: Die Maße der Paletten sind nicht auf den Transport in ISO-Containern abgestimmt. Bei Lagerung von EUR-EPAL-1-Paletten geht Ladefläche verloren. Eine Ausnahme sind die etwas breiteren europäischen Binnencontainer. Allgemein kommen in Containern meistens Kunststoffpaletten mit den Maßen 1.140 x 1.140 mm zum Einsatz.

Größen von Europaletten

Es gibt weitere genormte Palettengrößen. Hier die Wichtigsten:

  • EUR-EPAL 1: Standardpalette - 1.200 x 800 x 144 mm;
  • EUR-EPAL 2: Industriepalette - 1.200 x 1.000 x 162 mm (mit verstärktem Unterbau);
  • EUR-EPAL 3: XL-Palette - 1.200 x 1.000 x 144 mm (ohne verstärkten Unterbau);
  • EUR-EPAL 6: Halbpalette - 800 x 600 x 144 mm;
  • EUR-EPAL 7: Halbpalette - 800 x 600 x 160 mm;

Aufbau der Europalette

Nicht nur die Außenmaße der EUR-EPAL 1 sind genormt. Auch die Anzahl und die Maße für alle Bauteile sind exakt vorgegeben. Abweichungen sind nur im Bereich weniger Millimeter erlaubt. Der Aufbau einer EUR-EPAL 1 sieht wie folgt aus:

  1. Die Unterkonstruktion basiert auf drei Längsbrettern von 120 cm Länge, 145 mm Breite und ca. 22 mm Höhe. Der Abstand zwischen diesen Brettern beträgt 227,5 mm.
  2. Auf diesen Brettern befinden sich vorn, hinten und mittig insgesamt jeweils drei Klötze mit ca. 78 mm Höhe. Die Klotzseiten haben verschiedene Breiten. Die Kanten zur Längsseite sind jeweils 145 mm breit. Die Kanten an den Ecken der Querseiten sind ca. 100 mm breit. Die Kante in der Mitte der Querseite ist 145 mm breit. Die Abstände zwischen den Klötzen betragen an der Längsseite 382,5 mm, an der Querseite 227,5 mm.
  3. Über die Klötze sind quer Bretter mit ca. 22 mm Höhe und 145 mm Breite genagelt, sodass die Unterkonstruktion bereits eine große Stabilität erhält. Die Gesamthöhe dieser Querbretter mit den Klötzen und den unten liegenden Längsbrettern beträgt ca. 122 mm.
  4. Auf diese Unterkonstruktion sind die eigentlichen Palettenbretter genagelt. Insgesamt sind es fünf Bretter, die längs auf der Konstruktion befestigt sind. Die beiden äußeren und das Mittelbrett sind ca. 145 mm breit. Die beiden Bretter dazwischen sind nur ca. 100 mm breit. Die Höhe beträgt einheitlich rund 22 mm. Die Abstände zwischen den Brettern betragen etwas mehr als 40 mm.

Vorteile der Standardgrößen

Die Normmaße der EUR-EPAL-Paletten bieten viele Vorteile. Insgesamt tragen sie zu einer sicheren und wirtschaftlichen Transportklette bei. Die einzelnen Vorteile sind:

  • optimales Ausnutzen der Ladeflächen,
  • perfekte Maße für Lagerregale,
  • gut zu manövrieren durch 4-Wege-System (Stapler und Hubwagen können den Ladungsträger von allen vier Seiten greifen),
  • international anerkannt und nutzbar,
  • verlässliche Tragkraft,
  • verlässliche Ladefläche,
  • wiederverwertbar bzw. tauschbar über den Palettenpool,
  • Vermeiden von zusätzlichen Transportwegen durch Pool-Lösung,
  • als Standardgrößen leicht verkauf- oder wiederverwertbar.

Erst durch die genormten Abmessungen und den Tauschpool entfalten die Ladungsträger ihre gesamten Vorteile. Diese sind so überzeugend, dass die Europalette für den nationalen Transport und für den Handel mit den meisten EU-Ländern die optimale Wahl ist.