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Was bedeutet der Incoterm FOB?

Incoterms sind Kürzel im internationalen Warenhandel. Sie beschreiben unter anderem die Übernahme von Kosten und Transportversicherungen sowie Übergabepunkte zwischen Exporteur und Importeur. Einer dieser Incoterms ist FOB. Die Abkürzung steht für Free On Board. Doch was genau heißt das eigentlich?

FOB - Free On Board

Free On Board beschreibt in den drei Buchstaben FOB eine Vereinbarung zwischen Handelspartnern. Diese bedeutet: Der Exporteur liefert eine Ware auf eigene Kosten und eigene Versicherung bis auf das Transportschiff. Ab der Beladung des Schiffs übernimmt der Importeur alle Kosten, Pflichten und Risiken für den Transport zum Zielort.

FOB ist allein nicht aussagekräftig. Denn die Abkürzung nennt zum Beispiel nicht den Umschlaghafen. Daher fügen die Importeure häufig eine Hafenbezeichnung hinzu. Aus FOB wird dann zum Beispiel FOB Shanghai oder FOB Hamburg.

Hinweis: Die Abkürzung bezieht sich ursprünglich nur auf Transporte per Schiff. Immer häufiger kommt es auch für Transporte auf anderen Verkehrswegen zum Einsatz (zum Beispiel bei Luftfracht).

Beispiel für eine FOB-Vereinbarung

Um die Besonderheiten dieser kaufmännischen Absprache zu verstehen, ist ein Beispiel hilfreich. Ein Unternehmen aus Deutschland bestellt in China Elektrogeräte für den Weiterverkauf in den eigenen Läden. Der chinesische Partner bietet FOB Shanghai an. Das bedeutet: Der Hersteller liefert die Elektrogeräte auf eigene Kosten in den Hafen der chinesischen Metropole, kümmert sich um den Umschlag auf das Schiff und übernimmt die Exportformalitäten. Dazu zählen auch Ausfuhrsteuern und Zollgebühren.

Um die Ware überhaupt auf das Schiff bringen zu können, muss der Importeur seinem Handelspartner rechtzeitig alle Zieldaten mitteilen. Das schließt ein, welches Schiff an welchem Liegeplatz in welchem Hafen bis zu welchem Termin zu beladen ist.

Sobald die Ware auf dem Schiff ist, übernimmt das importierende Unternehmen die Verantwortung. Das schließt alle Kosten für den Transportweg via Schiff zum europäischen Hafen sowie den Weitertransport zum eigenen Lager ein. Darunter fallen unter anderem neben Frachtkosten auch die Gebühren für Schiffsmakler und ggf. Staukosten (Umladekosten). Ebenfalls muss das Unternehmen alle Zoll- und Einfuhrmodalitäten sowie ggf. daraus resultierende Kosten für die Elektrogeräte tragen. Zugleich übernimmt es das Risiko für Verlust und Beschädigung ab Ausgangshafen. Sollen die Elektrogeräte in ein zentrales Lager, muss der Importeur ab Shanghai die ganze Logistikkette verantwortlich aufbauen.

Kurz: Der chinesische Lieferant übergibt auf eigene Kosten die Waren auf ein benanntes Schiff. Wenn die Ware an Bord ist, gehen alle Kosten, Pflichten und Risiken an das deutsche Unternehmen über.

Varianten: echtes FOB und unechtes FOB

Es gibt in der Praxis mehrere Varianten zum puren FOB. Dabei sind in der Transport- und Logistikbranche zwei Ergänzungen besonders geläufig: Zum einen das sogenannte echte FOB und zum anderen das unechte FOB.

-        Echtes FOB
Ein echte FOB liegt vor, wenn der Exporteur die Ware exportfrei auf das Schiff liefert. In diesem Fall hat es alle Zoll- und Ausfuhrformalitäten sowie alle bisher auflaufende Kosten übernommen. Der Importeur hat ab diesem Zeitpunkt alle Freiheiten, mit der Ware nach Belieben zu verfahren. Er schließt den Transportvertrag ab und kann selbst bestimmen, wie der weitere Verlauf ist. Dabei trägt er die komplette Verantwortung für den Import.

-        Unechtes FOB
Eine wichtige Änderung gibt es beim sogenannten unechten FOB. Hier beauftragt der Importeur seinen Lieferanten mit der Abwicklung der Verschiffung inklusive Transportvertrag und allen anfallenden Kosten. Die Abkürzung lautet dann FOB verschifft. Wichtig: Obwohl der Exporteur die Verschiffung beauftragt, zahlt der Importeur dennoch die Kosten. Es handelt sich hier um einen Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen den Handelspartnern.

Es gibt weitere Varianten. Eine davon ist für den Seehandel ebenfalls bedeutend: FOB verstaut. Das bedeutet, dass der Exporteur auch die Kosten für den Ladeplatz sowie das Rangieren dorthin übernehmen muss, wenn die Ware sich bereits auf dem Schiff befindet.

Vorteile und Nachteile der Vereinbarung Free On Board

Auf dem ersten Blick wirkt Free On Board nicht besonders vorteilhaft für den Importeur. Denn dieser übernimmt ab Ausfuhrhafen die komplette Verantwortung und das Risiko. Alternativen wie CIF (Cost, Insurance, Freight) scheinen attraktiv, da die kompletten Kosten für Transport und Versicherung bis zum Zielhafen eingeschlossen sind. Doch diesen Service lassen sich Exporteure mit teuren Aufschlägen bezahlen. Der Importeur ist hier nicht in der Lage, selbst über Transportwege und Kosten zu entscheiden, trägt aber dennoch das Risiko ab Verschiffung im Ausfuhrhafen.

Vorteile von FOB

Die Vereinbarung Free On Board bietet dem Importeur folgende Vorteile:

  • Der Lieferant kann deutlich bessere Konditionen bieten, da er die Ware nur bis zum Schiff bringen muss.
  • Der Importeur kann den für ihn besten Kompromiss aus günstigen Transportkosten und Geschwindigkeit finden und in seiner Entscheidung völlig flexibel auf den Markt reagieren.
  • Die Übernahme der Ware, Verantwortung und Kosten sind ab Übergabepunkt in einer Hand.
  • Den Exportzoll übernimmt der Handelspartner.

Nachteile von FOB

Dennoch gibt es Nachteile, wenn diese Vereinbarung getroffen wird. Dazu zählen:

  • Der Lieferant verlangt einen Aufschlag zu den tatsächlichen Kosten bis zur Verladung.
  • Der Lieferant kommt ggf. seiner Verpflichtung der Verzollung oder Übernahme von Kosten nicht ausreichend nach.
  • In Häfen, in denen Frachtführer Waren bewegen, ist der rechtliche Übergabepunkt der zum Frachtführer. Kommt es vor dem Verschiffen zu Verlust oder Beschädigung, haftet der Importeur trotz ausstehender Verladung auf das Schiff. Je nach Ware kann eine Vereinbarung FCA (frei Carrier) sinnvoller sein.

Ware für den Export sicher verpacken

FOB kann auch eine Vereinbarung für den Export aus Deutschland sein. In diesem Fall sollte der Lieferant seine Waren in stabilen und hochwertigen Kartonagen sicher verpacken. In unserem Shop bieten wir für FOB-Übergabepunkte an deutschen Häfen erstklassige Kartons für Waren aller Art mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis!

Tags: Import, Export