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Geschichte der Wellpappe - Chronik der Pappeherstellung

Geschichte der Wellpappe und ihrer Herstellung

Wellpappe ist für die Transport- und Logistikbranche sowie viele weitere Wirtschaftszweige von enormer Bedeutung. Gemessen an der Papierherstellung ist die Produktion von solchen Pappen jedoch noch sehr jung. Erst im 19. Jahrhundert gab es entsprechende Erfindungen, aus denen die Herstellung von Wellpappe und damit von Kartonagen hervorging.

Der Weg dorthin wäre ohne die Geschichte des Papiers und seiner Herstellung sowie enormer Fortschritte im Maschinenbau nicht möglich gewesen. Der eigentliche Impuls zur Erfindung von Wellpappe kam jedoch aus einer ganz anderen Branche: der Mode.

Die Erfindung der Wellpappe: die Vorteile der Wellenkonstruktion

Die für Wellpappe typische Wellenform ist Grundlage der Stabilität. Nur durch die gewellten Papierstreifen ist der Siegeszug der Kartonagen zu erklären. Der grundsätzliche Aufbau einer Wellpappe ist dabei so einfach wie genial:

  • Eine gewellter Papp- bzw. Papierstreifen fängt Belastungen auf,
  • eine Deckschicht aus Papier bzw. Karton auf den beiden Wellenseiten sorgt für Stabilität nach außen.

Der wesentliche Faktor der Konstruktion ist die Welle. Bereits im Altertum haben verschiedene Völker die Welle bzw. den Bogen als besonders tragfähig entdeckt. Rundbögen für Wasserleitungen, Brücken oder Kuppelbauten sprechen eine deutliche Sprache. Die Verteilung des Belastungsdrucks von der Wellenspitze auf die tragenden Ränder sorgt für eine große Tragfähigkeit.

Geschichte der Wellpappe: von der Halskrause zum Karton

Die Wellenform der Kartonagen stammt aber nicht aus der Architektur, obwohl die Menschen ihre physikalischen Eigenschaften dort bereits vor langer Zeit genutzt haben. Denn die Erfindung der Wellpappe basiert auf der modischen Halskrause.

Inspiriert von dieser Modeerscheinung entwickelten die Briten Edward Charles Healey und Edward Ellis Allen gewellte Papierringe zur Stabilisierung von Hüten und Einlage für Koffer. Ihre Erfindung meldeten sie 1856 zum Patent an. Sie gelten als zwei der Urväter der Wellpappe. Allerdings heimste den Ruhm ein Amerikaner ein.

Entwicklungsgeschichte: Aus Papier wird Wellpappe

Im Jahr 1870 kam zum Falten der Halskrausen und anderer Textilien erstmals eine Plissiermaschine zum Einsatz. Diese faltete den Stoff durch maschinell ausgeübten Druck. Dies brachte Albert L. Jones in New York auf die Idee, gewelltes Papier durch eine ähnliche Maschine mit einer Riffelwalze herzustellen. 1871 meldete er seine Erfindung "zur Verbesserung von Papier zu Verpackungszwecken" zum Patent an. Er nutzt das Wellpapier, um Flaschen und andere Glasgegenstände stoßsicher zu umwickeln. Seine Erfindung ist die eigentliche Initialzündung für die Erfindung von Wellpappe. Allerdings fehlte noch ein Detail.

Es war sein Landsmann Oliver Long, der die Idee perfektionierte. Er verklebte 1874 auf das gewellte Papier eine Bahn aus glattem Papier. Die einseitige Wellpappe war geboren. Er ließ sich seine Weiterentwicklung nicht nur patentieren, sondern entwarf die erste Handmaschine zur Herstellung von Wellpappe. Erstaunlicherweise sind die grundlegenden damaligen Abläufe bis heute kaum verändert erhalten geblieben:

  • Eine Papierbahn wird auf Rollen an der Maschine befestigt.
  • Die Bahn wird durch eine Riffelwalze gezogen, wodurch das Papier die Wellenform erhält.
  • Arbeiter kleben auf die gewellte Papierbahn ein Deckblatt.
  • Das Ergebnis ist eine einseitige Wellpappe.

Das Aufkleben der Welle auf ein Deckblatt heißt in der Fachsprache teilweise auch Leimen. Allerdings handelt es sich nicht um Leim im eigentlichen Sinn sondern um eine stärkehaltige Substanz, die zwischen beide Lagen gegeben wird und nach dem Trocknen für Halt sorgt.

Info: Beim ursprünglich manuellen Arbeitsschritt "pappten" die Arbeiter die beiden Einzelteile zusammen. Aus dieser Bezeichnung leitet sich der Begriff "Pappe" ab.

In der Folgezeit wurde das neu gegründete Unternehmen Thompson & Norris auf die Erfindung aufmerksam. Die Inhaber kauften Long das Patent ab. Das Unternehmen baute die erste mechanisch betrieben Wellpappenanlage und entwickelte anschließend die Produktion von doppelseitig beklebter Wellpappe. Diese einwellige Pappe ist noch heute eine der wichtigsten Grundformen für Kartonagen

Geschichte der Wellpappe in Deutschland

In den 1880er-Jahren expandierte das Unternehmen nach Europa. Nach Großbritannien (1883) war Deutschland das Ziel von Thompson & Norris. 1886 entstand von Patenten geschützt die Wellpapierfabrik in Kirchberg. Als der rechtliche Schutz auslief, ergriff der deutsche Unternehmer Fedor Schoen die Chance und ließ 1892 von Wilhelm Richter in Breslau die erste unabhängige Wellpappenfabrik bauen. Aber erst als das Unternehmen 1894 nach Köln übersiedelte, stellte Schoen die doppelt beklebte einwellige Pappe her. Fedor Schoen gilt als wesentliche Figur bei der Verbreitung der Technologie in Deutschland. Denn sein Unternehmen stellte nicht nur Wellpappen her, sondern lieferte über seinen Kooperationspartner Richter auch die dazu erforderlichen Maschinen, jedoch vorerst nur an eigene Standorte.

Kartonagen erobern die Wirtschaft

Wellpappe allein war jedoch noch kein Garant für den wirtschaftlichen Nutzen. Dieser entstand erst durch die Herstellung von Kartons. Hierzu gab Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts einige wichtige Entwicklungen.

Zeittafel: von Wellpappe zum Karton

Jahr

Meilenstein in der Chronik der Kartonherstellung

1890

Der Schotte Robert Gair schneidet Wellpappe zu, faltet sie und baut so Kartons zusammen.

1895

Im amerikanischen Kokoma baut Jefferson Ferres eine Maschine, in der Papierlagen kontinuierlich durchlaufen und dabei geriffelt und verklebt werden. Die Konstruktion bringt einen Geschwindigkeitsschub und Branchenwachstum.

1907

In den USA führen Behörden den Berstdrucktest nach Mullen ein. Dabei testen die Prüfer die Stabilität der Wellpappe beim Fallen.

1911

Erstmals kann eine Maschine die Wellpappe herstellen und anschließend die Pappe schneiden, falzen und aufrichten sowie die so entstehenden Kartons gleich füllen und bekleben.

1916

In den USA produziert die Sefton Manufacturing Company erstmals zweiwellige Pappe aus zwei Wellenschichten und drei Deckbögen.

1929

Die B-Welle wird genutzt. Die Wellenform ist niedriger als die bekannte A-Welle, sodass sie Gewicht anders verteilt. Erste zweiwellige Kartonagen mit zwei verschiedenen Wellengrößen werden produziert.

1952

Die europäischen Kartonhersteller schließen sich in der FEFCO (Fédération Européenne des Fabricants de Carton Ondule) zusammen. Sie setzen mit dem FEFCO-Code international verständliche Kartonagenstandards.

 

Die wesentlichen mechanischen Arbeitsschritte bei der Herstellung von Wellpappe und Kartonagen haben sich über die Jahre nur wenig verändert. Dennoch führten Verbesserungen der Produktionsabläufe und Maschinen sowie neue Wellengrößen bei der Pappe zu einer extremen Produktivitäts- und Qualitätssteigerung. Die Digitalisierung der Steuerungsprozesse sorgt derzeit für eine weitere Optimierung der Herstellungsabläufe. 

In Deutschland stellen die über 100 Werke für Wellpappe Jahr für Jahr über vier Millionen Tonnen Kartonagen her. Das Land ist einer der führenden Hersteller von Wellpappe in der Welt. Jeder Deutsche verbraucht im Jahr etwa 55 Kilo Wellpappe.

Diese Zahlen belegen den enormen Erfolg dieses Papierprodukts. Schon früh in der noch jungen Geschichte der Wellpappe zeigte sich, dass dieses Verpackungs- und Transportmaterial leicht, stabil und günstig ist. So vereint es wichtige Funktionen, die bei vielen Projekten einen Vorteil gegenüber anderen Verpackungsmaterialien bieten. Die stetige Verbesserung der Pappen lässt darauf schließen, dass sich dies in absehbarer Zeit nicht ändern wird.