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Was ist eine Frachtbörse?

Jeder kennt den Begriff Börse als Handelsplatz für Wertpapiere oder Rohstoffe. Solche Einrichtungen erleichtern den Handel zwischen zwei Parteien und legen nach bestimmten Mustern einen Preis für eine Ware fest. In der Transport- und Logistikbranche gibt es ebenfalls eine Börse, die Frachtbörse. Was genau ist unter diesem Begriff zu verstehen und welche Aufgabe hat eine Frachtbörse? Wie funktioniert diese und welche Vorteile bietet eine solche Einrichtung im Transportwesen?

Frachtbörse: Definition und Arten

Während an Börsen üblicherweise Waren oder Wertpapier gehandelt werden, ist dies in der Transportbranche naturgegeben anders. Eine Frachtbörse ist ein Umschlagplatz für Dienstleistungen: Je nach Ausgestaltung des Angebots bieten Unternehmen auf einer solchen Plattform Transportdienstleistungen, zu transportierende Waren oder ggf. auch Lagerkapazitäten an. Im engen Sinn ist eine Frachtbörse jedoch ein Handelsplatz für Frachtaufträge.

Welche Arten von Frachtbörsen gibt es?

Zu unterscheiden sind verschiedene Arten von Börsen. Dazu zählen:

  • Vermittlung über eine Auktion
    Ein häufiger Mechanismus bei der Vergabe von Aufträgen ist eine Auktion. Dabei stellt ein Anbieter eine Anfrage nach einer Dienstleistung in das System ein. Zum Beispiel kann es sich um durch Gewicht, Anzahl oder Volumen definierte Güter handeln, die innerhalb bestimmter Zeitfenster zu be- und entladen und zu einem bestimmten Termin bzw. von A nach B zu transportieren sind. Die Interessenten geben nun Gebote ab, wobei sie sich nicht über-, sondern unterbieten. Der Bieter mit dem niedrigsten Gebot innerhalb einer Zeitspanne erhält den Auftrag. Dieser Gebotsmechanismus heißt auch Rückwärtsauktion.
  • Vermittlung über Ausschreibungen
    Völlig anders funktioniert eine Frachtbörse, die als schwarzes Brett bzw. Pinnwand konzipiert ist. Hier stellen Unternehmen Angebote oder Nachfragen mit den entsprechenden Informationen ein und interessierte Partner können sich dafür bewerben. Das Unternehmen kann sich unter den Interessenten den optimal passenden Vertragspartner heraussuchen.

Welche Arten von Angeboten auf einer Frachtbörse zu finden sind, hängt von der Ausgestaltung der Plattform ab. Üblich ist es, bestimmte zu transportierende Güter anzubieten. Viele Börsen haben jedoch auch eine Rubrik, in der Speditionen Fahrzeugkapazitäten für bestimmte Routen anbieten können. Auch Lagerräume sind teilweise auf solchen Handelsplätzen zu finden. Außerdem existieren Marktplätze, die sich auf bestimmte Transportgüterarten spezialisiert haben. Zum Beispiel gibt es Börsen nur für Umzüge, für Seefracht oder bestimmte Gütertransporte in Form von Containern oder Paletten sowie für Expressdienste. Bis auf wenige Ausnahmen richten sich die Angebote an Gewerbetreibende.

Funktionsweise und Aufgaben einer Frachtbörse

Die modernen Frachtbörsen sind in den 1970er-Jahren entstanden. Durch eine stark ansteigende Produktion von Gütern aller Art stieg zugleich das Transportaufkommen. Dadurch gab es mehr Speditionen und zugleich auf allen Seiten einen erheblichen Optimierungsbedarf. Denn nicht immer waren ausreichend Transportmittel an allen benötigten Orten verfügbar und die Transportmittel waren andererseits nicht bei allen Fahrten ausgelastet. Ein Maklerwesen schien die Lösung zu sein. So entstanden telefonische Frachtbörsen, bei denen Dritte zwischen zwei Unternehmen einen Auftrag vermittelten.

Heute laufen die Frachtbörsen digital. Unternehmen loggen sich in bestehende Angebote ein und können dort als Anbieter von Frachtgut, Transportdienstleistung oder Lagerraum Aufträge einstellen oder annehmen. Erforderlich ist dabei ein Account beim jeweiligen Handelsplatz. Häufig müssen die Unternehmen noch eine Software installieren, um auf der Frachtbörse überhaupt die laufenden Angebote zu sehen und Verträge abschließen zu können. Das genaue Prozedere unterscheidet sich je nach Plattform.

Ein Problem existiert für viele kleine Frachtbörsen: Ein solches Angebot funktioniert nur dann, wenn ausreichende Teilnehmer aktiv sind, die sowohl die Güterart als auch die gewünschten Transportwege abdecken. Speziell der letzte Punkt ist nicht zu unterschätzen. Daher sind viele Angebote international ausgerichtet. So besteht die Chance, für grenzüberschreitenden Strecken einen passenden Anbieter zu finden.

Aufgaben einer Frachtbörse

Doch was genau sind nun die Aufgaben einer Frachtbörse? Die einfache Antwort: Sie bringt Güteranbieter, Lageranbieter und Transportunternehmen zusammen. Diese können Verträge über die Plattform abschließen. Es handelt sich also um einen Marktplatz, auf dem die verschiedenen Akteure der Logistikbranche miteinander ins Geschäft kommen können. Die Unternehmen können ohne Kaltakquise neue Kunden und Geschäftspartner gewinnen und bauen so ihr Netzwerk von Partnern aus. Durch die Teilnahme an dem Angebot können die Beteiligten außerdem insbesondere:

  • Leistungen anbieten oder nachfragen,
  • an Auktionen teilnehmen,
  • Preise optimieren,
  • Überkapazitäten abbauen,
  • Aufträge bei freien Kapazitäten generieren,
  • eine vorübergehend schwankende Auftragslage sinnvoll ausgleichen,
  • preisgünstigere Subunternehmen finden,
  • besondere Güter professionell transportieren lassen,
  • schnell einen passenden Vertragspartner finden.

Kosten für die Frachtbörsen

Der Markt ist attraktiv. Es gibt in Deutschland mehrere Dutzend kleine und große Plattformen für die Vermittlung von Transportdienstleistungen. So unterschiedliche die Marktplätze sind, so sehr unterscheiden sich die Preise für die Vertragsabschlüsse. Einige lassen sich nur die Software bezahlen, andere profitieren pro Auktion, wieder andere erheben Provisionen. Üblich sind zudem Mischkalkulationen.

Zu unterscheiden ist außerdem, wer die Kosten zu bezahlen hat. Einige berechnen die Summen nur bei den Frachtgutanbietern. Auf anderen Plattformen müssen die Transportunternehmen ebenfalls für die Vermittlung bezahlen. Diese Gebühren müssen die Unternehmen zusätzlich einkalkulieren. Entweder steigen dadurch die Kosten für den Frachtgutanbieter oder die Margen für die Transportdienstleister sinken.

Welche Vorteile bietet eine Frachtbörse?

Frachtbörsen haben den Ruf, durch die Auktionsmechanismen Preisdumping zu befördern. Das ist unter anderem auch dadurch möglich, dass Transportunternehmen auf diesen Plattformen günstigere Anbieter finden, denen sie mit Gewinn Aufträge weitervermitteln. Allerdings überwiegen die Vorteile. Denn für alle Beteiligten sind die Handelsplätze für Dienstleistungen vorübergehend oder langfristig ein interessanter Ansatz, die eigene Geschäftstätigkeit auszubauen und zu optimieren. Speziell durch den extremen Wettbewerbsdruck und zugleich den steigenden Bedarf an Transporten sind die Märkte für Vertragsabschlüsse äußerst interessant. Zu den Vorteilen gehören insbesondere die folgenden Punkte:

  • Genaue Angebotsbeschreibung
    Anbieter und Nachfrager können ihre Dienstleistung durch passende Vorgabemasken optimal beschreiben. Einmal angelegt lassen sich unter anderem vorhandene Lkw immer wieder einer Strecke oder Ladungsmenge zuordnen. Dadurch kommen beide Seiten optimal zum Ziel.
  • Filter- und Suchfunktionen
    Über mögliche Filter- und Suchfunktionen finden Interessierte leicht passende Angebote, auf die sich bewerben bzw. auf die sie bieten können. So kommen sie schnell zu einem neuen Vertragsabschluss.
  • Elektronisch gestütztes Auftragsverfahren
    Viele Plattformen bieten eine Unterstützung der Vertrags- und Auftragsabwicklung vom Abschluss über das Dokumentenmanagement bis zur Rechnungslegung. Dadurch ist die Abwicklung standardisiert.
  • Weniger Leerfahrten
    Transportunternehmen können über Frachtbörsen ihre Fahrten optimieren. Sie können Beiladungen anbieten oder Leerfahrten auf dem Weg zurück durch einen neuen Auftrag verhindern. So verdienen Transporteure mehr.
  • Ausgleich von Schwankungen
    Eine Börse ist optimal, um vorübergehende Schwankungen auszugleichen. Frachtgutanbieter finden so akut einen Dienstleister und Transportunternehmen können Leerfahrten vermeiden oder bei Überhängen Subunternehmen beauftragen.
  • Internationale Vertragsabschlüsse
    Durch international ausgerichtete Börsen finden Unternehmen sehr viel leichter Vertragspartner aus dem Ausland. So lassen sich grenzüberschreitende Transporte besser organisieren und Leerfahrten zurück aus dem Ausland reduzieren.
  • Netzwerk ausbauen
    Über Kontakte zu neuen Geschäftspartnern bauen alle beteiligten ihr Netzwerk aus. Dabei kommen insbesondere Unternehmen hinzu, zu denen sonst kein direkter Kontakt möglich gewesen wäre.
  • Festverträge möglich
    Unternehmen bieten über Marktplätze auch feste Routen und Kapazitäten. Dadurch ist es möglich, Vertragspartner für eine auf Langfristigkeit angelegte Zusammenarbeit zu finden.
  • Zusatzfunktionen
    Viele Marktplätze bieten sinnvolle Zusatzfunktionen wie Profile, Wissensdatenbanken, Vertragsmuster, E-Mail-Benachrichtigungen, Austauschmöglichkeiten, Jobbörsen oder Hinweise auf Drittangebote wie Transportversicherungen. Dadurch gibt es einen Mehrwert, für den sich das Nutzen der Plattform lohnt.

Zusammenfassend: Frachtbörsen sind eine zweckdienliche Möglichkeit, um für Güter einen passenden Transport zu organisieren oder eigene Transportkapazitäten zu füllen. Die vielen Vorteile eines solchen Handelsplatzes für Dienstleistungen sind attraktiv. Für viele Unternehmen der Logistikbranche sind die Marktplätze ein Teil ihres unternehmerischen Handelns in Form von Kunden- und Auftragsakquise sowie ein Bestandteil des Marketingkonzeptes. 

Tags: Fracht