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IAA-Plus - die einfache Variante zur Ausfuhranmeldung

Unternehmen, die grenzüberschreitend Waren handeln oder transportieren, müssen besondere Regelungen beachten. Eine davon ist es, die Waren beim Zoll ordnungsgemäß anzumelden. Dazu ist eine elektronische Ausfuhranmeldung ab einem gewissen Warenwert oder einem bestimmten Handelsvolumen zwingend erforderlich. Eine der Möglichkeiten, diese Vorgabe mit reduzierten Kosten und geringem Aufwand umzusetzen, ist die IAA-Plus. Die Abkürzung steht für Internet-Ausfuhr-Anmeldung-Plus, ein zugelassenes Meldeverfahren für die elektronische Ausfuhranmeldung. Doch wie funktioniert die IAA-Plus? Was sind ihre genauen Vorteile?

Gründe für die IAA-Plus

Die Anforderungen für die elektronische Ausfuhranmeldung erlauben mehrere Wege der Umsetzung. Die einfachste ist die Teilnahme an ATLAS, dem automatisierten Tarif- und Lokalen Zoll-Abwicklungs-System. Damit verbunden sind jedoch Anschaffungskosten, die relativ groß sind. Daher lohnt sich diese Investition nur für Unternehmen, die regelmäßig und viel ins Ausland versenden. Zwei andere Möglichkeiten beinhalten das Einbinden von externen Dienstleistern. Zum einen kann ein ATLAS-Dienstleister mit der Anmeldung der Waren beim Zoll beauftragt werden, zum anderen kann dies über ein freies Zollbüro geschehen. In beiden Fällen entstehen einmalig Kosten.

Die IAA-Plus ist eine kostengünstige Alternative. Denn hierbei übermittelt das Unternehmen ihre Anmeldung elektronisch mit einer Signatur. Diese Anmeldung erinnert an eine E-Mail, die über eine Schnittstelle automatisch zu generieren ist. Die Anmeldung erfolgt also nicht über einen ATLAS-Server, sondern online per Eingabe. Das ist günstig und komfortabel, hat aber einen Haken. Denn das Unternehmen muss alle Angaben selbst prüfen und fehlende Daten proaktiv ergänzen. Fehlende Daten können bereits bei der Ausfuhr zu Problemen oder Verzögerungen führen. Das Unternehmen ist also gefordert, die Daten selbst penibel zu überwachen.

Für wen ist die IAA-Plus eine gute Alternative?

Die Behörden haben die Internet-Ausfuhr-Anmeldung-Plus ganz bewusst als Alternative zu den anderen Varianten der elektronischen Ausfuhranmeldung geschaffen. Sie richtet sich an Unternehmen, die

  • selten bzw. wenige Waren ausführen,
  • Waren sehr häufig im vereinfachten Verfahren ausführen bzw. eine vereinfachte Ausfuhranmeldung abgeben,
  • die als Subunternehmen in direkter Vertretung eine vereinfachte Ausfuhranmeldung abgeben,
  • die keine eigene ATLAS-Software anschaffen können oder wollen,
  • die keinen ATLAS-Dienstleister und kein Zollbüro einschalten möchte.

Diese Unternehmen können von dem vereinfachten Verfahren über die IAA-Plus profitieren. Nicht möglich ist jedoch das Nutzen durch einen Dritten (außer Subunternehmen) sowie das direkte Ausdrucken auf Papier.

Wie funktioniert die IAA-Plus und welche technischen Voraussetzungen sind zu beachten?

Der Name Internet-Ausfuhr-Anmeldung-Plus beinhaltet bereits einen wesentlichen Punkt der Umsetzung. Die Eingabe der Daten erfolgt kostenlos über das Internet. Dazu steht eine Maske bereit, die alle relevanten Informationen abfragt. Die technischen Voraussetzungen sind also anders als beim ATLAS-Verfahren sehr überschaubar. Unternehmen benötigen lediglich einen Internetanschluss sowie einen gängigen Webbrowser, der Javascript erlaubt.

Achtung: Allerdings gibt es eine weitere, zwingende Voraussetzung: Das Unternehmen muss die Eingabe mit einem Elster-Zertifikat für IAA-Plus signieren. Das heißt: Es muss ein solches Zertifikat bei den Behörden anfordern. Ebenso sind eine EORI-Nummer und damit eine Anmeldung beim Zoll zwingend erforderlich.

Ablauf

Der eigentliche Ablauf ist sehr einfach. Das Unternehmen gibt die relevanten Daten zur Ausfuhr in die Maske ein. Dabei besteht die Möglichkeit, einzelne Daten zu speichern und später bis zum Überlassungszeitpunkt bei der Ausfuhr zu korrigieren. Das ist ein entscheidender Punkt. Denn das Unternehmen ist selbst für vollständige und richtige Angaben verantwortlich. Es gibt keine Kontrolle, sodass Fehler ggf. erst beim Ausfuhrvorgang auffallen können.

Zu unterscheiden sind zwei Varianten: das zweistufe Ausfuhrverfahren und die vereinfachte Zollanmeldung mit Bewilligung.

  • Zweistufiges Ausfuhrverfahren: Der Regelfall ist das zweistufige Ausfuhrverfahren. Dabei meldet das Unternehmen die Warenausfuhr über IAA-Plus beim Zoll an. Das zuständige Binnenzollamt übernimmt die Vorabfertigung beim Zoll oder auf Antrag ("Gestellung außerhalb des Amtsplatzes") im Unternehmen und übermittelt dem Unternehmen das Ausfuhrbegleitdokument. Die endgültige Zollabfertigung ist bei jedem Grenzzollamt der EU möglich, sofern dort das Ausfuhrbegleitdokument vorliegt. Sobald das geschehen ist, erhält der Exporteur automatisch die elektronische Zustellung des Ausgangsvermerks direkt in sein IAA-Plus-Postfach.
  • Vereinfachte Zollanmeldung mit förmlicher Bewilligung: Diese Variante ersetz die Regelungen zum zugelassenen Ausführer. Auch hier meldet der Exporteur die Ausfuhr über IAA-Plus dem Zoll. Die Freigabe der Lieferung erfolgt daraufhin unmittelbar durch das zuständige Binnenzollamt. Dabei findet eine elektronische Prüfung statt, ob das Unternehmen für die Waren und das Empfängerland eine Bewilligung zur vereinfachten Ausfuhr erhalten hat. Auch hier kann jedes EU-Grenzzollamt die Lieferung abfertigen und es folgt eine elektronische Bestätigung.

Vorteile

Dieser Ablauf ist nicht nur kostenlos, sondern hat große Vorteile. Denn auf diese Weise ist eine Kombination mit der vereinfachten Ausfuhranmeldung möglich. Außerdem wird die gesamte elektronische Ausfuhranmeldung per Mausklick absendbar und zum zuständigen Zollamt übermittelbar. Die relevanten Dokumente werden automatisch erstellt. Der Ausgangsvermerkt für die Sendung nach Passieren der Zollbehandlung erfolgt ebenfalls elektronisch. So ist der gesamte Ablauf bei der IAA-Plus papierlos und gestrafft beim ausführenden Unternehmen nachvollziehbar.

Tags: Import, Export