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Fracht: Was genau ist das eigentlich?

In der Transport- und Logistikbranche kommt ein Begriff immer wieder vor: Fracht. Auf dem ersten Blick scheint die Definition einfach zu sein. Denn es handelt sich um die zu transportierenden Güter. Doch streng genommen ist dies unzureichend oder missverständlich. Denn Fracht bezeichnet im engen Sinn zunächst den Preis für den Transport. Erst daraus leitet sich das Verständnis ab, dass es (auch) um die Güter geht. Was genau ist also Fracht? Welche Frachtgüterarten gibt es? Welche Frachtbegriffe leiten sich aus dem Transportmittel ab?

Definition: der Begriff Fracht

Das Wort geht auf den niederdeutschen Ausdruck "Vracht" zurück. Dieser bezeichnete früher das Transportentgeld für eine Lieferung per Schiff oder eine Schiffsladung. Heute ist es ein kaufmännischer Begriff, der das Entgelt für eine Beförderung von Gütern bezeichnet. Der Ausdruck hat sogar Einzug in das Handelsgesetz gefunden. Fracht meint jedoch stets nur die reinen Transportkosten. Zusatzkosten für Steuern, Zoll und andere Posten sind darin begrifflich nicht zusammengefasst.

Aus dem Bezahlen der Fracht bei Lieferung resultiert die zweite Definition, die im Sprachgebrauch verbreiteter ist. Das Begleichen der Kosten in Form von Fracht wird zum Bezahlen der Frachtgüter. Sinnbildlich verschiebt sich dabei der Fokus von den Kosten auf die Ware. Daher steht Fracht vielfach als Begriff für die eigentlichen Güter, die für den Transport verladen werden.

Welche Frachtgüter gibt es?

Korrekt ist bei der gegenständlichen Bezeichnung der Fracht der Begriff Frachtgüter. Darunter sind alle Warenarten zusammengefasst, die als Gut transportiert werden. Zu unterscheiden sind zunächst Stückgut und Sammelgut. Während das Stückgut aus einer Warenart besteht, enthält Sammelgut verschiedene Waren. Davon zu unterscheiden sind Bulk, also loses Schüttgut, sowie flüssige oder gasförmige Waren. Zum Teil sind auch die Transportmedien Paletten oder Container (ungenau) als Frachtgut bezeichnet. Typische Frachtgüterarten sind:

  • Stückgut,
  • Sammelgut,
  • Schüttgut,
  • Gase,
  • Flüssigkeiten.

Diese Güterarten können wiederum alle denkbaren Warenarten enthalten. Dazu zählen unter anderem:

  • Lebensmittel,
  • Papier und Pappe,
  • Werkzeuge und Maschinen,
  • Metallerzeugnisse,
  • Baumaterialien,
  • Rohstoffe,
  • Verkaufswaren,
  • Fahrzeuge,
  • Elektrogeräte,
  • Möbel,
  • Pflanzen,
  • Tiere,
  • Gefahrgüter.

Die Liste ist beliebig fortsetzbar. Wichtig ist das Verständnis: Waren bilden Güter, die je nach Form und Erfordernis (Gefahrgut, Kühlung usw.) als bestimmte Frachtgutart einer bestimmten Transportbehandlung bedürfen.

Welche Frachtarten gibt es?

Im Sprachgebrauch gelten auch die Begriffe wie Seefracht, Luftfracht, Schienenfracht oder Lkw-Fracht als Frachtart. Hierbei handelt es sich um abgeleitete Bezeichnungen, die auf das Transportmittel zurückgehen. Zu unterscheiden sind die verschiedenen Transportmöglichkeiten.

Seefracht

Seefracht zeichnet sich durch den Transport per Schiff über das Meer aus. Abzugrenzen davon ist der Binnenschiffsverkehr. Dieser befördert in Deutschland Schüttgut, Tankgüter und Container. Der internationale Seehandel basiert zum überwiegenden Teil auf dem Containertransport.

Seefracht ist grob in Container- und Bulk-Transport zu unterscheiden. Die Containerwaren sind typisch für den Seehandel. Sie machen einen enormen Teil der Frachtgüter auf den Meeren aus. Dabei spielen bei der Abwicklung die Containerarten sowie Bezeichnungen wie FCL (Full Container Load - eine verplombte Transportbox eines Kunden) und LCL (Less Than Full Container Load - ein Container, der Waren verschiedener Kunden enthält) eine wesentliche Rolle.

Containerschiffe können Seefrachtgüter aller Art transportieren. Denn es gibt verschiedene Containerarten, sodass auch schwere und sperrige Güter, Schüttgut und Flüssigkeiten in passenden Transportboxen auf das Schiff platziert werden können. Typisch ist jedoch Containerware mit auf Paletten befestigtem Stückgut oder/und Sammelgut.

Bulk ist eine andere Seefracht. Hierbei handelt es sich um lose Güter wie Erden, Kohle, Erze oder Flüssigkeiten. Anders als Seefracht im Container wird in der Regel ein ganzes Schiff vom Händler gebucht, das er allein mit seiner Ware bestückt. Das bedingt flexible Einsatzfahrten. Daher gibt es anders als bei Containerschiffen keine festen Routen, die das jeweilige Schiff abfährt.

Der Vorteil von Seefracht: Pro Schiff lasen sich erhebliche Mengen von einem Hafen zum nächsten transportieren. Für Massentransporte zwischen weit entfernten Ländern oder Regionen wie Europa und Amerika oder Europa und Asien ist Seefracht optimal. Der Nachteil ist jedoch, dass der Transportweg über das Wasser sehr zeitintensiv ist.

Luftfracht

Bei Luftfracht handelt es sich um Güter, die per Flugzeug (oder ein anderes Luftfahrzeug) transportiert werden. Zu unterscheiden sind verschiedene Möglichkeiten, Güter zu befördern. Zum einen gibt es Luftfracht bei Passagierflugzeugen und bei Frachtflugzeugen.

Bei Passagierflugzeugen ist die sogenannte Standard-Luftfracht üblich. Dabei handelt es sich um in besondere Transportboxen verstaute oder auf Paletten abgepackte Zuladungen in den Laderaum der Maschinen. Durch Transport mit einem Passagierflugzeug kommt die Luftfracht relativ zügig am Zielort an, die Menge ist jedoch stark begrenzt. Zudem können nur besonders große Flugzeugtypen überhaupt eine nennenswerte Ladungsmenge zusätzlich zu den Passagieren transportieren. Diese Standard-Luftfracht befindet sich meistens nur bei Langstreckenflügen im Transportraum.

Frachtflugzeuge fassen deutlich mehr Ladungsmenge und ermöglichen einen schnellen Gütertransport über mittlere und lange Strecken. Unter anderem können so Expressgüter zügig zum Ziel geflogen werden. Allgemein sind bei Luftfracht drei Varianten zu unterscheiden:

  • Vollcharter für Luftfracht: Dabei mietet ein Händler ein ganzes Flugzeug und lässt seine Waren zum Zielflughafen fliegen. Vollcharter ist flexibel und schnell, aber durch die Exklusivität auch teuer.
  • Teilcharter für Luftfracht: Beim Teilcharter mietet ein Händler einen Anteil der gesamten Ladekapazität eines Flugzeugs. Zusätzlich können sich weitere Händler mit ihrer Luftfracht in dieses Flugzeug und die Route einmieten, bis die volle Ladekapazität erreicht ist.
  • Sammelverkehre für Luftfracht: Sammelverkehre sind eine günstige Variante der Luftfracht. Händler können Ihre Luftfracht in Maschinen auf vorher feststehenden Flugrouten einbuchen. Häufig sind es Routen mit Zwischenstopps, sodass verschiedene Be- und Entladungsvorgänge auf mehreren Flughäfen während eines Gesamtfluges stattfinden. So können kleine oder große Gütermengen günstig und effizient transportiert werden. Allerdings sind die vorher festgelegten Routen nicht veränderbar.

Schienenfracht

Der Begriff Schienenfracht beschreibt den Güterverkehr per Eisenbahn. Durch Güterzüge lassen sich viele Tonnen Waren bewegen. Dabei können die Güter als Container auf den Waggons befestigt sein oder in speziellen Waggons lagern. Zu diesen besonderen Wagen gehören unter anderem Kesselwagen, Flachwaggons, Kühlwagen sowie offene und gedeckte (geschlossene) Güterwagen. Der Eisenbahngüterverkehr bewältigt den zweitgrößten Anteil der Gesamtlast im deutschen Transportnetz. Rund 20 Prozent aller Waren erreichen ihr Ziel per Zug. Ein wichtiges Transportgut sind dabei Briefpost und Pakete. Der Schienengüterverkehr hat dabei viele Vorteile gegenüber anderen Frachtarten, aber auch einige Nachteile.

Vorteile der Schienenfracht:

  • Schneller Transport von großen Mengen möglich,
  • ideale Transportart für besonders schwere Güter,
  • Expresssendungen möglich,
  • Waggonauswahl ermöglicht Transport verschiedener Güterarten im Zug,
  • vergleichsweise umweltfreundlicher Transport,
  • sicherer und wenig störungsanfälliger Transport,
  • entlastet den Straßenverkehr.

Nachteile der Schienenfracht:

  • Wegenetz ist eingeschränkt,
  • im Wesentlichen nur ein großer Anbieter (DB Cargo mit rund 60 Prozent Marktanteil),
  • Rangieren und Umladen kann besonders auf kurzen Strecken die Transportdauer stark verlängern,
  • im Vergleich zur Lkw-Fracht höherer Preis.

Lkw-Fracht

Der größte Teil der Frachtgüter wird über Straßen zum Ziel transportiert. Speziell im Nahbereich ist die Lkw-Fracht faktisch alternativlos. Das hat Gründe. Denn der Frachtguttransport auf der Straße ist vor allem günstig und flexibel steuerbar. Anders als andere Verkehrsmittel kann der Lkw jederzeit an jedem beliebigen Ort Ware aufnehmen und zu jedem beliebigen Ziel bringen. Teilweise lassen sich die Fahrzeuge sogar mit anderen Verkehrsmitteln wie Züge und Schiffe über bestimmte Strecken als eigenes Gut transportieren. Diese extreme Flexibilität und die direkte Route bis in wenig zugängliche Gebiete sind die größten Pluspunkte der Lkw-Fracht.

Viele Transportunternehmen haben regelrechte Netzwerke von Warenlagern und Umschlagsplätzen (Hub-Stationen) eingerichtet, sodass sie lokale Aufträge entgegen nehmen und in anderen Regionen flexibel verteilen können. Durch eine ganze Flotte mit verschiedenen Wagenmodellen, Zugmaschinen und Anhängertypen ist es möglich, auf alle Güter- und Mengenanfragen sinnvoll zu reagieren.

Vom Transport eigener Waren über Auftragsfahrten für andere oder besonders schnelle Kurierdienste stehen im Straßenverkehr die breitesten Möglichkeiten für den Gütertransport offen. Das hat seinen Preis. Denn speziell die Autobahnen sind voll von Lastkraftwagen. Das führt nicht nur zu potenziellen Verzögerungen durch Staus, sondern auch die Lärm- und Feinstaubbelastung in Städten steigt durch das große Güterverkehrsaufkommen. Dennoch sind Lkw für die Gütersammlung und Güterverteilung am Anfang und Ende der Transportkette fast immer unerlässlich. Ihren ganzen Vorteil spielt die Lkw-Fracht vor allem im Kurz- und Mittelstreckenbereich aus. Hier ist auch der Preisvorteil am größten.

Welcher Frachtweg für welche Frachtgüter?

Welche Frachtart bzw. welcher Transportweg für ein Gut ideal ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Preis ist tendenziell sogar untergeordnet. Denn häufig gibt es keine sinnvollen Alternativen zu einer bestimmten Frachtart. So lässt sich Ware - zumindest ab einem bestimmten Gewicht - aus Fernost faktisch nur per Schiff importieren. Für Transporte aus dem angrenzenden EU-Ausland kommen nur Eisenbahn oder Lkw infrage. Für eine Entscheidung, wie Frachtgüter zu transportieren sind, sind die folgenden Aspekte wichtig:

  • Start- und Zielort des Transportes,
  • gewünschter Liefertermin,
  • Gewicht der Güter,
  • Volumen der Güter,
  • verfügbare Transportmittel,
  • Preis.

Aus diesen Punkten lässt sich häufig nur eine sinnvolle Frachtart ableiten. Mit dem gewählten Transportmittel kommt die Ware somit in der gewünschten Zeit in optimaler Zeit zum Ziel.

Tags: Fracht